Als Rohstoff wird Aluminiumoxid (Al₂O₃) überwiegend synthetisch über das Bayer-Verfahren aus Bauxit hergestellt. Das resultierende hochreine Pulver bildet die Grundlage für die Herstellung keramischer Bauteile.
Beim Sintern des Aluminiumoxid-Pulvers bei Temperaturen von etwa 1’600–1’700 °C verdichtet sich das Gefüge zu einer dichten, feinkörnigen Struktur.
Die Eigenschaften des fertigen Werkstoffs lassen sich dabei gezielt über Reinheitsgrad, Korngrösse und Sinterparameter beeinflussen.
- Hochreine Varianten (99,5–99,9 % Al₂O₃) erreichen maximale Härte, Festigkeit und chemische Beständigkeit – sie werden dort eingesetzt, wo höchste Anforderungen gelten.
- Technisch reine Varianten (96–99 % Al₂O₃) bieten ein optimales Verhältnis aus mechanischen Eigenschaften und wirtschaftlicher Herstellung und eignen sich für viele industrielle Standardanwendungen.
- Mischkeramiken (< 96 % Al₂O₃) enthalten Zusätze wie Siliziumoxid oder Magnesiumoxid, die das Sinterverhalten verbessern und die Herstellungskosten senken.
Durch dieses gezielte Gefügedesign entstehen Aluminiumoxid-Keramik-Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaftsprofilen – abgestimmt auf den jeweiligen Einsatzbereich.